Rheinland-Pfalz
Razzia wegen Geldwäsche-Netzwerk um "Hells Angels"
Veröffentlicht 30. September 2026

Die Polizei hat am frühen Morgen Wohnungen in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland durchsucht: Im Visier haben die Behörden ein internationales Geldwäsche-Netzwerk u…
Die Polizei hat am frühen Morgen Wohnungen in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland durchsucht: Im Visier haben die Behörden ein internationales Geldwäsche-Netzwerk um die "Hells Angels". Die Polizei ist am frühen Mittwochmorgen mit mehr als 1.000 Einsatzkräften gegen die Organisierte Kriminalität vorgegangen. Es soll sich um ein deutschland- und europaweit tätiges kriminelles Netzwerk mit engen Verbindungen zu den "Hells Angels" handeln. Laut der Polizei Duisburg sollten bei den Razzien gegen insgesamt 71 Beschuldigte auch mehrere Haftbefehle vollstreckt sowie Vermögenswerte in Höhe von 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt werden.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurden rund 140 Objekte durchsucht. Ermittlungen gegen Polizisten und städtische Mitarbeiter Bei den Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen sind auch ein Polizist und zwei städtische Mitarbeiter aus Duisburg ins Visier geraten. Gegen sie wird laut Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts ermittelt, dass sie dienstlich erlangte Informationen an Dritte weitergegeben haben. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg sagte der dpa: "Wir können bestätigen, dass sich im Rahmen der Ermittlungen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür ergeben haben, dass ein Polizeivollzugsbeamter und zwei städtische Mitarbeitende dienstlich erlangte Informationen an Dritte weitergegeben haben." Zudem werde gegen einen weiteren städtischen Mitarbeiter aus Duisburg wegen des Verdachts der Bestechlichkeit "aufgrund der Annahme von Geldzahlungen für die Gewährung von Vorteilen" ermittelt. Razzien auch in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden Parallel dazu finden den Behördenangaben zufolge Durchsuchungen in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin statt, darüber hinaus in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden. Strafrechtlich wird den weiteren Beschuldigten insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Außerdem gehe es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
Die Beschuldigten sollen durch professionelles Verschleiern erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt haben. Durch Straftaten erlangtes Vermögen sollen sie in Firmen und Grundbesitz investiert haben.