Niedersachsen
Gewalt gegen Ärzte und Pflegekräfte: Niedersachsen startet Kampagne
Von Samira Bonneik
Veröffentlicht 16. September 2026

Angriffe auf Mitarbeitende im Gesundheitswesen nehmen weiter zu. Eine Kampagne soll darauf aufmerksam machen.
Beleidigungen, Drohungen und auch körperliche Übergriffe: Mitarbeitende im Gesundheitssektor berichten von zunehmender Gewalt. Die Kampagne "Wer hilft, verdient Respekt" soll sensibilisieren. Von Samira Bonneik Gewalttaten hätten in den vergangenen Jahren in den Praxen und Kliniken spürbar zugenommen, sagte Ärztekammer-Präsidentin Marion Charlotte Renneberg zum Start der landesweiten Kampagne. Mit der Aktion wolle die Branche auch verdeutlichen, das respektloses Verhalten gegenüber dem Personal nicht nur den Mitarbeitenden schade, sondern am Ende auch der Versorgungssicherheit.
"Respekt gegenüber den Beschäftigten im Gesundheitswesen ist Voraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitswesen und eine sichere Versorgung der Bevölkerung", sagte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Gesundheitsministerium unterstützt Aktion mit 37.800 Euro An der Kampagne beteiligt sind das Niedersächsische Gesundheitsministerium, die Ärztekammer Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, der Marburger Bund Niedersachen und die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG). Das Gesundheitsministerium unterstützt die Aktion mit 37.800 Euro. Im Zuge der Kampagne sollen mehr als 700.000 Info-Postkarten in Arztpraxen und Krankenhäusern verteilt werden und mehr als 28.000 Plakate an öffentlichen Orten wie Bushaltestellen zu sehen sein.
Außerdem ist Kinowerbung geplant. Zahl der Angriffe in Niedersachsen zuletzt gestiegen Laut einer Umfrage der NKG haben 72 Prozent der befragten Kliniken in Niedersachsen angegeben, dass verbale und körperliche Übergriffe in den letzten fünf Jahren zugenommen haben. Von einem Rückgang berichtete kein befragtes Krankenhaus. An der Umfrage nahmen laut NKG im vergangenen August und September 130 der 161 in Niedersachsen zugelassenen Krankenhäuser teil.
Betroffen sind vor allem Beschäftigte in der Pflege und Notaufnahme. "Irgendwie scheint die Hemmschwelle einfach gesunken zu sein, unfreundlich zu sein, sich herablassend zu äußern", sagte Malte Feuer, Chefarzt an den KRH-Kliniken Robert Koch Gehrden und Neustadt am Rübenberge. Wenn man lange warten müsse, dann werde halt auch mal beleidigt. "Im schlimmsten Fall geht das bis zu körperlichen Übergriffen", so Feuer.