Hessen
Stillgelegte Fähre bei Kornsand soll nach Baggerarbeiten wieder fahren
Von Julian Moering
Veröffentlicht 28. September 2026

Der Rhein führt so wenig Wasser wie seit mindestens 200 Jahren nicht. Deshalb musste die Fähre zwischen Trebur-Kornsand und Nierstein vergangene Woche ihren Betrieb einstellen. Nach drei Tagen Baggerarbeiten soll die "Landskron" nun am Dienstagmorgen wieder fahren - allerdings mit Einschränkungen.
Der Rhein führt so wenig Wasser wie seit mindestens 200 Jahren nicht. Deshalb musste die Fähre zwischen Trebur-Kornsand und Nierstein vergangene Woche ihren Betrieb einstellen. Nach drei Tagen Baggerarbeiten soll die "Landskron" nun am Dienstagmorgen wieder fahren - allerdings mit Einschränkungen. Drei Tage lang wurde im Rhein bei Trebur-Kornsand gebaggert, nun kann die Fähre "Landskron" voraussichtlich wieder fahren.
Die Betreiber teilten am Montagabend mit, dass die Arbeiten erfolgreich waren. Am Dienstagmorgen um 6 Uhr soll der Fährbetrieb ab Nierstein wieder starten. Wegen des weiterhin niedrigen Wasserstands kann die Fähre allerdings nicht voll beladen werden. Weil der Rhein so wenig Wasser führt wie seit mindestens 200 Jahren nicht, musste die Fähre am vergangenen Donnerstag ihren Betrieb einstellen.
Der Spezialbagger sollte die Fahrrinne so weit freiräumen, dass die "Landskron" wieder anlegen kann. "Es ist ein absolutes Desaster", sagt Fährkapitän Michael Bleul, der die Baggeraktion seit Freitag vor Ort begleitete, am Montagmorgen der hessenschau. "Wir haben keine Einnahmen, dafür aber hohe Ausgaben", klagte er. Normalerweise transportiert die Fähre an einem Tag rund 300 bis 400 Autos von einem Ufer ans andere.
Cornelia Dries, Geschäftsführerin der Rheinfähre Landskron GmbH, wählte ähnlich deutliche Worte, sie sprach von einer "Katastrophe". Mehrere Tausend Euro koste allein der Bagger am Tag, parallel liefen die Personalkosten für zwölf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Vollzeit weiter. "Wir bekommen keine Unterstützung, das müssen wir alles selbst tragen." "Das gab es noch nie" Genaue Zahlen nannte Dries nicht, aber aus ihren Ausführungen wurde klar: Für die Fähre Landskron geht es ums wirtschaftliche Überleben. Deswegen machte der Bagger auch weiter.
"Wir haben keine Alternative", sagt Dries, die sich nicht erinnern kann, schon einmal solch eine Situation durchgemacht zu haben: "Das gab es über so einen langen Zeitraum noch nie." Der Bagger war angerückt, nachdem der Rhein am Donnerstag auf einen historisch niedrigen Pegel gefallen war und die Fähre nicht mehr in Kornsand anlegen konnte. Am Donnerstag betrug der für die Fähre relevante Pegel bei Worms minus 26 Zentimeter, am Montag waren es am Mittag minus 24 Zentimeter. Aber laut Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz soll der Pegel in den nächsten Tagen wieder sinken. Was ist ein Minus-Pegel?
Ein negativer Pegel bedeutet, dass der Wasserstand unter einen festgelegten Nullpunkt am Ufer fällt. Der Pegel gibt den Abstand zu diesem Nullpunkt an und nicht zum Flussboden. Die Fahrrinne bei Worms ist bei einem Pegel von Null noch etwa 1,9 Meter tief. Der Pegel in Worms gilt als Richtpegel für die Beurteilung der Abflussvorgänge des Rheins, also für die Wassermenge, die in einer bestimmten Zeit fließt.
Ursprünglich hatten Bleul und Co. gehofft, schon am Samstag wieder fahren zu können, allerdings hatte die Baggerei nicht die erhoffte Wirkung. "Wir haben damit angefangen, also machen wir auch weiter. Wir müssen es versuchen", sagt Bleul, der auch keine Alternative sieht.
Die einzige Alternative sei der Regen, der die Pegelstände wieder steigen lässt: "Aber da ist nichts in Sicht." Die Fähre Landskron ist mit ihren Problemen nicht allein, bei Kaub in Rheinland-Pfalz musste die Fähre ihren Betreib vergangene Woche ebenfalls wegen Niedrigwasser einstellen. Auch die Rheinfähre bei Gernsheim (Groß-Gerau) kann aktuell nur eingeschränkt fahren.