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Helen Mirren: "Ein Preis für das Lebenswerk ist wunderbar"

Veröffentlicht 29. September 2026

Helen Mirren: "Ein Preis für das Lebenswerk ist wunderbar"

Das Filmfest Hamburg hat der 81-Jährigen den Douglas Sirk Preis verliehen. Im Film "Ein Talent fürs Morden" verkörpert die Britin Patricia Highsmith.

Helen Mirren: "Ein Preis für das Lebenswerk ist wunderbar"

Stand: 30.09.2026 00:01 Uhr

Ab 5. November ist Helen Mirren in Anton Corbijns Drama "Ein Talent fürs Morden" als Patricia Highsmith zu sehen. Beim Filmfest Hamburg hat die 81-jährige Hauptdarstellerin den Douglas Sirk Preis des Festivals erhalten. Mirren freute sich über die Ehrung.

"Einen Preis für eine schauspielerische Leistung zu erhalten ist unangenehm. Weil Schauspielen kein Rennen ist. Man gewinnt nicht etwas, das gibt es nicht. Aber: Für das Lebenswerk geehrt zu werden - das ist wunderbar", sagte die britische Schauspielerin am Dienstag im Gespräch mit NDR Kultur. Vor allem, wenn es Richtung letztem Lebensabschnitte gehe, wie bei ihr.

"Es ist schön, dass das ganze Werk geehrt wird. Ich habe mit 20 Jahren angefangen, als Schauspielerin zu arbeiten. Seither habe ich durchgehend gearbeitet - ohne jemals auch nur ein Jahr auszusetzen. Ich werde stolz auf diesen Preis sein", so Mirren.

Helen Mirren: "Douglas Sirk war ein wunderbarer Regisseur"

Sie habe die Melodramen von Regisseur Douglas Sirk - "ein wunderbarer Regisseur" - durch ihren Ehemann, US-Regisseur Taylor Hackford, kennengelernt. "Mein Mann ist quasi mein Film-Professor. Er hat mir die Filme von Douglas Sirk und von vielen anderen Regisseurin gezeigt". Mit ihm schaut sie abends den britischen "Criterion"-Sender, spezialisiert auf Kino. "Die haben ganze Zyklen etwa zu Douglas Sirk, Mae West, zu japanischen Filmen. Das ist eine fantastische Filmbildung."

"Ein Talent fürs Morden": Deutscher Kinostart am 5. November

Nun ist sie in Anton Corbijns "Ein Talent fürs Morden" zu sehen. Der Regisseur und Fotograf ist bekannt für Filme wie "Control" und "A Most Wanted Man", der zum Teil in Hamburg gedreht wurde. In "Ein Talent fürs Morden" spielt Mirren die weltberühmte Krimiautorin Patricia Highsmith, die zurückgezogen in der Schweiz lebt. Dort trifft sie auf den jungen Literaturagenten Edward Ridgeway (gespielt von Alden Ehrenreich).

Dieser will sie zu einem sechsten, letzten Roman über Tom Ripley bewegen - einen der bekanntesten Hochstapler und Mörder der zeitgenössischen Literaturgeschichte. Mirren zeichnet Highsmith als schroffe, neugierige und zugleich verletzliche Persönlichkeit. Der Film startet am 5. November in den deutschen Kinos.

Video:

Filmfest Hamburg: Deutsche Untertitel für internationale Filme (4 Min)

Helen Mirrens Rollen "präzise, eigenwillig und immer überraschend"

Seit mehr als sechs Jahrzehnten prägt Mirren Theater, Film und Fernsehen - von der Royal Shakespeare Company über das britische Fernsehen bis nach Hollywood. Ende der 70er ist sie im Skandalfilm "Caligula" die Gattin Caesonia des durchgeknallten römischen Kaisers.

"Sie hat die außergewöhnliche Fähigkeit, selbst ikonischen Figuren Widersprüchlichkeit, Humor und Menschlichkeit zu verleihen", sagt Hamburgs Festival-Leiterin Malika Rabahallah über die britische Schauspielerin. Mirren gehöre zu den großen Darstellerinnen des internationalen Kinos. "Ob als Queen, Ermittlerin oder nun als Patricia Highsmith: Helen Mirrens Rollen sind präzise, eigenwillig und immer überraschend", so Rabahallah.

Das Krimi-Genre nachhaltig geprägt

Bekannt wurde sie unter anderem als Ermittlerin Jane Tennison in der TV-Serie "Prime Suspect", die sie von 1991 bis 2006 spielte und mit der sie das Bild weiblicher Figuren im Krimi-Genre nachhaltig prägte. Mitte der 90er wagte sie sich beispielsweise in dem bewegenden Drama "Mütter und Söhne" mitten hinein in den Nordirland-Konflikt: Sie spielte, basierend auf einer wahren Geschichte, die Mutter eines inhaftierten IRA-Kämpfers im Hungerstreik. Ihre völlige Verzweiflung ist absolut herzzerreißend.

Internationaler Durchbruch mit "The Queen"

Den endgültigen internationalen Durchbruch brachte ihr Stephen Frears' "The Queen" (2006): Für ihre Darstellung von Elizabeth II. wurde die Britin mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Dabei hatte sie vor der Rolle am meisten Angst. Statt einer bloßen Imitation schuf sie das vielschichtige Porträt einer Frau zwischen öffentlicher Rolle und persönlicher Verletzlichkeit.

Zu ihren weiteren bekannten Filmen zählen "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber", "Gosford Park", "Kalender Girls", "Die Frau in Gold" und "The Duke".

Der Douglas Sirk Preis ist benannt nach dem in Hamburg geborenen Regisseur Hans Detlef Sierck und wird seit 1995 beim Filmfest Hamburg vergeben - an Persönlichkeiten, die sich besonders um die Filmkultur verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Wim Wenders, Sandra Hüller, Isabelle Huppert, Fatih Akin und Jim Jarmusch.

Mehr als 120 Produktionen beim Filmfest Hamburg

Das Filmfest Hamburg findet in diesem Jahr bis 3. Oktober statt. Gezeigt werden mehr als 120 Produktionen aus aller Welt in den Festivalkinos Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und Studio Kino.

"Ein Talent fürs Morden" läuft beim Filmfest Hamburg am 30. September ab 21:30 Uhr im Passage Kino.

Mit Informationen von Patricia Batlle und Lennart Herberhold.

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Quelle: Nachrichten aus Hamburg