Berlin
Berlin: Linksjugend nennt Polizei "kriminellen Clan" - Spranger fordert Entschuldigung
Veröffentlicht 27. September 2026

Nach einer Demo gegen die Wehrpflicht in Berlin und damit verbundenen vorübergehenden Festnahmen, hat die Jugendorganisation der Linken die Berliner Polizei scharf angegriffen. Innensenatorin Spranger und Wegner äußerten deutliche Kritik.
Die Jugendorganisation der Berliner Partei Die Linke hat die Polizei im Zusammenhang mit einer Demonstration online verbal angegriffen und als "kriminellen Clan" bezeichnet. Bei der Demonstration von Schülern und anderen Teilnehmern gegen die Wehrpflicht am Freitag habe "ein krimineller Clan, mit Pistolen, Quarzhandschuhen, Knüppeln und Pfefferspray ausgestattet", die Demonstranten schikaniert. Gemeint sei damit "die Berliner Polizei", heißt es in einem am Samstag geposteten Instagram-Beitrag der Linksjugend Solid Berlin. Die Jugendlichen würden einen Politikwechsel wählen, gegen ein "Weiterverwalten der Aufrüstung und Polizeigewalt mit SPD und Grünen", hieß es außerdem auf X.
Die Berliner Linke will mit Grünen und SPD über die Bildung einer Regierungskoalition sprechen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte mit, sie stehe fest an der Seite der Polizei Berlin. "Es ist eine politische Dummheit, die Polizei Berlin derartig zu diffamieren." Die Beamten würden sich jeden Tag für Recht und Sicherheit in Berlin einsetzen und dafür auch ihre eigene Gesundheit riskieren. Sie forderte: "Entschuldigt Euch gefälligst bei der Polizei Berlin für diese unfassbare Entgleisung." Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kritisierte die Wortwahl in einem Beitrag bei X: "Das ist eine weitere völlige Entgleisung und durch nichts zu rechtfertigen", schrieb er.
Wer Polizisten mit kriminellen Clans gleichsetze und diffamiere, "verlasse den Boden jedes demokratischen Diskurses". Die Polizei habe dafür gesorgt, dass Versammlungsfreiheit in Berlin gelte – auch für diesen Schülerstreik. "Solche Angriffe auf unsere Einsatzkräfte verurteile ich auf das Schärfste." An der Demonstration am Freitag nahmen einige Tausend Menschen teil. Die Polizei war zunächst von einem friedlichen Verlauf und rund 2.400 Teilnehmenden ausgegangen.
Später korrigierte sie die Zahl auf etwa 3.400. Nach Angaben der Polizei seien 16 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Mehrere Menschen sollen auf dem Dach einer Bibliothek Pyrotechnik gezündet und ein Plakat angebracht haben. Zudem sei es zu Sprechchören mit "strafrechtlich relevantem Inhalt" gekommen, teilte die Berliner Polizei mit.
Es wurden Anzeigen wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen gestellt. Sendung: rbb24 Abendschau, 27.09.2026, 19:30 Uhr Video: rbb24 Abendschau, 27.09.2026