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Bayern

Bayerische Jugend in Berlin: Angst vor Spaltung der Gesellschaft

Von Karoline Kipper

Veröffentlicht 25. September 2026

Bayerische Jugend in Berlin: Angst vor Spaltung der Gesellschaft

Beim ersten Bayerischen Tag der Jugend in Berlin sprechen 14- bis 18-Jährige aus Bayern über das Klima, Wohnungsnot und Extremismus. Sie fordern weniger Polarisierung in sozialen Netzwerken und mehr Mitsprache für junge Menschen.

Beim ersten Bayerischen Tag der Jugend in Berlin sprechen 14- bis 18-Jährige aus Bayern über das Klima, Wohnungsnot und Extremismus. Sie fordern weniger Polarisierung in sozialen Netzwerken und mehr Mitsprache für junge Menschen. Von Karoline Kipper 40 Jugendliche aus Bayern sind für vier Tage nach Berlin gereist, um mit Politikerinnen und Politikern über ihre Zukunft zu sprechen. Beim ersten "Bayerischen Tag der Jugend" konnten die 14- bis 18‑Jährigen ihre Forderungen ansprechen.

Ein Thema ist den jungen Bayerinnen und Bayern ganz besonders wichtig: die Spaltung der Gesellschaft. Vier Tage Politik in der Hauptstadt Lena Schreglmann aus Mintraching hat das Gefühl, dass die Sorgen von jungen Menschen nicht immer ernst genommen werden. Die Zeit in Berlin möchte sie nutzen: "Von der Politik erwarte ich mir auf jeden Fall, dass die Politiker mehr mit uns, mit der Jugend sprechen und unsere Erwartungen umsetzen." BJR: "Junge Menschen wollen sich einbringen." Organisiert wird die Aktion vom Bayerischen Jugendring (BJR). Neben Themenwerkstätten kommen die Jugendlichen auch ins Gespräch mit Vertretern aus der Politik.

BJR-Präsident Philipp Seitz betont: "Der Tag der Jugend in Berlin zeigt ja, dass sich junge Menschen für Politik interessieren, dass sie sich einbringen wollen und dass sie zu Themen starke Meinungen haben." Philipp Seitz wirbt deshalb dafür, Jugendbeteiligung gesetzlich zu verankern. Klimaschutz wichtig bei der Jugend Lea Marie Mayer aus Schwandorf hat sich vorgenommen, in Berlin über den Klimaschutz zu sprechen: "Ich finde, es ist schon ein sehr wichtiges Thema. Die Aufmerksamkeit auf das Thema ist geschrumpft, aber das Problem ist ja nicht kleiner geworden." Auch die aktuelle Sinus-Jugendstudie zeigt, dass der Klimawandel Jugendliche nach wie vor stark beschäftigt. Neben dem Klima treiben die Jugendlichen zum Beispiel auch die Themen bezahlbares Wohnen, wie die Rente in 50 Jahren aussehen wird, oder die Künstliche Intelligenz (KI) um: "Mir kommt es so vor, als würden wir alle nicht mehr so wirklich denken, und die KI nimmt ja auch wirklich überhand", denkt Lena Schreglmann über KI.

Zur politischen Stimmung: "Keine politische Mitte mehr" Aber nichts beschäftigt die Jugendlichen so sehr wie die politische Stimmung im Land. Lea Marie Mayer beobachtet, dass sich die Gesellschaft zunehmend spaltet: "Es ist schon ein großes Problem, dass man auch keine politische Mitte mehr hat und sich die Parteien nicht mehr einig werden können." Studien zeigen, dass gerade junge Frauen und junge Männer politisch auseinanderdriften: Bei Frauen von 18–24 war die Linke die beliebteste Partei bei der Bundestagswahl 2025, bei Männern im selben Alter die AfD. Polarisierung in sozialen Medien Diese beiden Parteien sind auch in sozialen Medien besonders erfolgreich. Studien zu Social Media kommen zum Ergebnis, dass sich vor allem populistische Inhalte besonders schnell verbreiten.

Das merkt auch Lena Schreglmann. Sie sagt, sie habe "echt Angst, also von links und von rechts, aber besonders von rechts." Der Grund: "Es werden von rechts auch teilweise antidemokratische Meinungen vertreten und das macht mir doch auch echt Angst, weil mir Demokratie auf jeden Fall sehr, sehr wichtig ist." Werden die Forderungen gehört? Als die Jugendlichen in Berlin bei einer Debatte im Plenarsaal dabei sein konnten, ist Lea Marie Mayer was aufgefallen: Der Bundestag kommt auf sozialen Medien viel chaotischer rüber: "Ich fand’s schon erstaunlich, dass es so geordnet abgelaufen ist." Der Besuch in Berlin war auch für Lena Schreglmann ein Highlight, aber wie die anderen Jugendlichen hat sich auch eine Forderung ergeben: "Von der Politik erwarte ich mir, dass sie mehr mit der Jugend sprechen und auch unsere Erwartungen umsetzen." Das ist die Europäische Perspektive bei BR24. "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach.

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25.09.2026 - 07:36 Uhr

Quelle: Regionalnachrichten aus Bayern