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Bayern

Astronauten trainieren im Nördlinger Ries für Flüge zum Mond

Von Tobias Hildebrandt

Veröffentlicht 14. September 2026

Astronauten trainieren im Nördlinger Ries für Flüge zum Mond

Der schnellste Weg zum Mond führt über das Nördlinger Ries: Drei Astronauten von NASA und ESA trainieren diese Woche in Bayern – um sich auf Flüge zum Mond vorzubereiten. Der Grund dafür: eine geologische Besonderheit im Ries.

Der schnellste Weg zum Mond führt über das Nördlinger Ries: Drei Astronauten von NASA und ESA trainieren diese Woche in Bayern – um sich auf Flüge zum Mond vorzubereiten. Der Grund dafür: eine geologische Besonderheit im Ries. Von Tobias Hildebrandt Astronauten stiefeln in dicken Raumanzügen über Felder und Wiesen im Nördlinger Ries? Nein, so spektakulär darf man sich das Astronauten-Training nicht vorstellen.

Die Raumfahrer tragen ganz normale Kleidung. Es geht auch gar nicht darum, die Ausrüstung für eine Mondmission zu testen. Die Astronauten sind stattdessen für einen Crashkurs im Fach Geologie im Ries. Astronauten-Training soll geheim bleiben Wie der BR erfahren hat, sind für eine knappe Woche drei Astronauten aus den USA, Japan und Europa im Nördlinger Ries unterwegs, um für mögliche Mondmissionen zu trainieren.

Eine offizielle Bestätigung der ESA gab es zunächst nicht. Das Programm im Ries wird in der Regel erst hinterher öffentlich gemacht, damit die Astronauten ungestört ihrer Arbeit nachgehen können. Gesteine im Ries und auf dem Mond ähneln sich Die Tage im Ries sind Teil einer weltweiten, geologischen Ausbildung der Astronauten. Warum die Raumfahrer ausgerechnet ins Nördlinger Ries kommen, hat einen einfachen Grund: Die Gesteine im Ries sind weltweit extrem selten und ähneln denen auf dem Mond.

Hintergrund ist der 25 Kilometer große Meteoritenkrater, der heute als Nördlinger Ries bezeichnet wird – entstanden vor rund 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines ungefähr einen Kilometer großen Asteroiden. Das Ries gilt als einer der am besten erhaltenen Meteoritenkrater der Welt. Mittlerweile trägt er auch den Titel Unesco Global Geopark. Training in alten Steinbrüchen Die drei Astronauten lernen in dem Krater, wie man in einem mondähnlichen Terrain wissenschaftlich arbeitet oder Gesteinsproben einsammelt.

Dazu werden sie wahrscheinlich in mehreren ehemaligen Steinbrüchen im Ries trainieren, um die Gesteine im Untergrund direkt vor Augen zu haben. Vor vier Jahren durchlief auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst das Feldtraining im Ries. Damals erklärte er den Hintergrund so: "Dass wenn man dann auf dem Mond steht, in einer geologischen Region, die man noch nicht so richtig versteht, dass man dann sagen kann: Ja, das kenne ich! Das sieht aus wie eine Einschlagsbrekzie, die ich im Nördlinger Ries gesehen habe.

Und so versucht man, den Astronautinnen und Astronauten eine Intuition mitzugeben, dass wir alle eine geologische Landschaft sehen und verstehen können. Das ist was, das man so nicht durch ein Foto vermitteln kann." In zwei Jahren wieder Menschen auf dem Mond? Die praktische Ausbildung gehört zum Artemis-Programm der NASA. Das Ziel der US-Raumfahrtbehörde: In zwei Jahren wieder Menschen zum Mond schicken.

Im Frühjahr diesen Jahres hat eine bemannte Raumfähre bereits den Mond umrundet. Der Deutsche Alexander Gerst, der schon zwei Mal auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet hat, gilt als heißer Kandidat, als einer der ersten Europäer zum Mond zu fliegen. Apollo-Astronauten waren auch da: Und tranken Weißbier Das Astronauten-Training im Ries hat eine lange Tradition: Legendär ist der Besuch der Apollo-14-Astronauten der NASA 1970. Sie trainierten für ihre spätere Mondmission ebenfalls in den Steinbrüchen im Nördlinger Ries – und hatten offensichtlich eine gute Zeit in Bayern.

Das zeigt zum Beispiel ein Foto, auf dem sich die Astronauten mit Weißbier zuprosten. Beim Geopark Ries gibt es eine Themenführung zu den Apollo-Astronauten. Geopark-Führerin Christine Hornung erzählt da zum Beispiel die Anekdote, wie einer der Apollo-Astronauten nach mehreren Weißbieren auf die Idee kam, auf der begehbaren Nördlinger Stadtmauer zu radeln – und sich dabei am Arm verletzt haben soll. "Das waren absolute Abenteurer", sagt Hornung.

Tatsächlich waren die Apollo-Astronauten Kampfjet- und Testpiloten. Echtes Mondgestein im Rieskratermuseum So ausschweifend geht es bei den Astronauten-Trainings der Gegenwart wohl nicht zu. Schwäbische Spätzle und ein Feierabendbier vor dem Flug zum Mond sind aber vielleicht trotzdem drin. Und egal ob Astronaut oder normaler Besucher: Dem Mond ist man in Nördlingen sowieso ganz nah.

Denn im Rieskratermuseum gibt es eine Dauerleihgabe der NASA: ein echtes Stück Mondgestein. Das ist die Europäische Perspektive bei BR24. "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Quelle: Mittags in Schwaben

14.09.2026 - 10:05 Uhr

Quelle: Regionalnachrichten aus Bayern