Baden-Württemberg
Klopp-Einstand mit Enthusiasmus, Fehlern und Remis
Von Christian Hornung
Veröffentlicht 24. September 2026

Bis in die Nachspielzeit sah es nach einem Einstand nach Maß für Jürgen Klopp aus. Doch dann trafen die Niederländer gegen ein enthusiastisches, aber fehlerhaftes DFB-Team doch no…
Bis in die Nachspielzeit sah es nach einem Einstand nach Maß für Bundestrainer Jürgen Klopp aus. Doch dann trafen die Niederländer gegen ein enthusiastisches, aber fehlerhaftes DFB-Team doch noch zum Ausgleich. Den Führungsteffer zum 1:0 erzielte Felix Nmecha (32.), Cody Gakpo (90+2.) glich aus. Von Christian Hornung Das Remis war letztlich verdient.
Die deutsche Mannschaft demonstrierte die von Klopp geforderte Leidenschaft und Hingabe, Karim Adeyemi hatte schon nach 45 Sekunden die erste vielversprechende Szene im Strafraum, suchte aber das Abspiel, statt selbst zu schießen. Das DFB-Team hielt den Druck aufrecht, eroberte nach Ballverlusten die Kugel schnell zurück, hatte aber bei allem Enthusiasmus auch eine krasse Fehlerquote. Klopp sagte anschließend am ARD-Mikrofon: "Ich hätte sehr gerne gewonnen, aber Holland hatte das Unentschieden auch verdient. Wir hatten gute Phasen, sind aber auch nach dem 1:0 etwas hinterhergelaufen.
Aber was die ganze Zeit da war: volle Bereitschaft, die Jungs haben alles reingehauen. Das war das, was wir sehen mussten, es waren tolle Momente dabei." Kapitän Joshua Kimmich ärgerte sich:: "Wir hätten nach der Führung auch noch das zweite Tor nachlegen müssen. Es war zwar am Ende leistungsgerecht, aber extrem ärgerlich, das Gegentor so spät noch zu bekommen." Dass die Deutschen vor dem 1:0 den Ball nicht ins Aus spielten, obwohl ein Niederländer verletzt am Boden lag, begründete Kimmich so: "Wir lernen jedes Jahr bei der Schiedsrichter-Schulung, dass wir da weiterspielen sollen. Eine Regel, den Ball ins Aus zu schießen, gibt es einfach nicht." Jonathan Tah analysierte: "Wir haben es auf jeden Fall schonmal geschafft, Feuer und Energie in das Spiel zu bringen, das istein Schritt in die richtige Richtung.
Natürlich hätten wir gern gewonnen, deshalb sind wir etwas enttäuscht. Aber von der Intensität war genau das, was wir brauchen, um alles andere demnächst noch besser umzusetzen." Drei umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen Zu verbessern gibt es einiges, sowohl beim Spiel aus der eigenen Abwehr heraus als auch in der Positionierung gegen die niederländischen Offensivspieler patzte die deutsche Mannschaft mehrfach gravierend. Gleich dreimal gab es dabei strittige Szenen, in deren Folge sich die Mannschaft vom neuen Bondscoach Xavi benachteiligt fühlten - doch der spanische Schiedsrichter Alejandro Hernández entschied korrekterweise in allen drei Fällen zugunsten der DFB-Elf. Zuerst ließ Jonathan Tah nach einem Stellungsfehler im Zentrum Oranje-Stürmer Brian Brobbey passieren und schubste ihn von hinten - für einen Elfmeter und Rot wegen Notbremse war die Berührung aber zu leicht.
Kurz danach zog Tijjani Reijnders knallhart aus 20 Metern ab und traf eindeutig die Hand von Tah - doch es lagen weder Absicht noch Verbreiterung der Körperfläche vor. VAR schaltet sich bei van-Dijk-Treffer ein In der 13. Minute jubelten die Niederländer dann aber doch. Nach einem Eckball schraubte sich Virgil van Dijk am Fünfmeterraum hoch und köpfte den Ball über den zögerlich wirkenden Marc-André ter Stegen hinweg ins lange Eck.
Hernández gab den Treffer, doch dann schaltete sich der VAR ein: Brobbey hatte ter Stegen leicht beim Rauslaufen behindert, der Schiedsrichter kassierte den Treffer wieder ein. Das Spiel kippte hin und her, die Niederländer wählten eine harte Gangart: Quinten Timber und Jan Paul van Hecke sahen binnen zwei Minuten jeweils Gelb für rüdes Einsteigen gegen Kai Havertz und Kevin Schade - Havertz musste wenig später ausgewechselt werden. Damit war bereits der zweite Fixpunkt der Klopp-Offensive aus dem Rennen: Beim Aufwärmen hatte sich Jamal Musiala mit Oberschenkelproblemen abgemeldet. Für ihn rutschte Nadiem Amiri kurzfristig in die Startelf, Havertz wurde durch den Frankfurter DFB-Debütanten Younes Ebnoutalib ersetzt.
Nmecha ärgert die Niederländer Die Partie blieb stressig, gönnte sich keine Atempause. Nach einer guten halben Stunde ärgerten sich die Gastgeber erneut, es kam sogar zur Rudelbildung: Nmecha schloss einen Angriff über Amiri, Debütant Phlipp Treu und Adeyemi zur Führung ab, doch van Dijk und seine Mitspieler waren wütend: Sie forderten, dass die Deutschen den Ball wegen einer Verletzung von Brobbey ins Seitenaus hätten schlagen sollten. Hernández hatte die Partie allerdings nicht unterbrochen, das Tor war regulär, und Deutschland hätte sofort nachlegen können. Erst übersah Schade bei einem Konter den mitgelaufenen Adeyemi, dann machte es Nathaniel Brown besser und spielte perfekt quer - doch Adeyemi schoss den Ball über das leere Tor.
Auch die Niederlande hatte noch Chancen durch einen Kopfball von Crysencio Summerville und Cody Gakpo, dem ter Stegen die Kugel mit seinem zweiten schlimmen Fehlpass aufgelegt hatte. Immerhin korrigierte der Ajax-Keeper seinen Aussetzer mit einer guten Parade. Ter Stegen rettet gegen Dumfries, dann trifft Gakpo Die zweite Hälfte begann etwas weniger wild, ehe nach einer Stunde wieder ter Stegen im Mittelpunkt stand. Erst rettete er mit einer starken Fußabwehr gegen den frei durchgebrochenen Denzel Dumfries, dann sorgte er mit erneuten Schwächen beim Rauslaufen für Gefahr vor dem eigenen Tor, die er mit einer Parade gegen Mexx Meerdink wieder selbst entschärfte.
Sekunden später wäre er dann chancenlos gewesen, doch Meerdink schob den Ball frei am leeren Tor vorbei. Während Klopp mit dem Freiburger Yannik Engelhardt den dritten Debütanten brachte, drückte Oranje vehement auf den Ausgleich. Doch gleich mehrfach rettete ter Stegen, ehe Gakpo in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einem kapitalen Ballverlust von Comebacker Serge Gnabry und einer traumhaften Außenrist-Flanke von Ruben van Bommel doch noch den 1:1-Ausgleich besorgte. Noch drei weitere Nations-League-Spiele Für die Deutschen geht es bis zum Restart der Bundesliga am zweiten Oktober-Wochenende noch dreimal zur Sache: Am Sonntag (27.09.2026) kommt Griechenland nach Augsburg, am 1.
Oktober geht es nach Serbien, ehe am 4. Oktober in Berlin die Revanche gegen die Niederlande ansteht - Anstoß ist jeweils 20.45 Uhr, alle Partien gibt es im Live-Ticker bei sportschau.de.